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Winterbehandlung der brutfreien Völker

Die Varroasituation ist heuer allgemein sehr heftig. Viele Völker hatten bereits Ende Juni/Anfang Juli einen hohen Milbenbefall. Von diesen Völkern ist bereits der größte Teil zusammengebrochen. Die Zusammenbrüche nehmen inzwischen bundesweit dramatisch zu. Dazu kommt noch der hohe Futterverbrauch der letzten Wochen, zum Teil durch Brüten und Verluste durch Räuberei. Auf jeden Fall muss im zeitigen Frühjahr der Futterstand kontrolliert werden.


Befalls- und Erfolgskontrolle

In der Broschüre „Varroa unter Kontrolle” sind auf den Seiten 6 und 7 zwei Methoden zur Befallskontrolle dargestellt. Zwischenzeitlich dürften die meisten unserer Mitglieder im Besitz dieser Broschüre sein, zumal sie ja auch als Beilage im Imkerfreund zur Verteilung kam. Sie kann über www.adiz-online.de als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Nur wer über den Befall seiner Völker informiert ist, ist in der Lage, rechtzeitig zu reagieren und aufgrund der abgefallenen Milben während der Sommerbehandlungen den Behandlungserfolg zu kontrollieren!

Neueste Veröffentlichungen bestätigen, dass bei 97 % aller Völkerverluste die Varroa-Milbe die Verursacherin ist, beim Rest von 3 % sind die Ursachen unbekannt. Auch hat sich die Schadschwelle geändert. Früher überlebten die Völker mit vielen Milben, heute sterben die Völker bereits mit wenig Milben. Grund: Zunehmende Sekundärinfektionen (Virosen) in Verbindung mit der Nosema ceranae. Quellen: D.I.B.AKTUELL 6/2010 und IF 01/2011

Ganz entscheidend für den Zustand der Völker ist ihre Vorgeschichte:

  1. Wurde 2010/2011 eine Winterbehandlung durchgeführt? Waren alle Völker während der Behandlung brutfrei?
  2. Wurden im Frühjahr biotechnische Maßnahmen durchgeführt?
  3. Wurde die Sommerbehandlung mit zugelassenen Behandlungsmitteln (Behandlungspflicht) frühzeitig (Ende Juni/Anfang Juli) durchgeführt?

Die Sommertemperaturen waren auch heuer für die Varroabehandlungen nicht ideal. Über weite Strecken zu feucht und zu kühl. Die Behandlungstage mit Ameisensäure mussten mit Bedacht ausgewählt werden. Die thymolhaltigen Behandlungsmittel (ApiLife Var, Thymover und Apiguard) waren hier weniger empfindlich, weil bei diesen nur die Temperatur, nicht aber die Luftfeuchtigkeit eine Rolle spielt. Nur muss mit diesen Mitteln die Behandlung sehr frühzeitig begonnen werden. Sehr hilfreich hat sich bei der Planung der Link zum „Varroawetter” auf unseren Internetseiten erwiesen.

Nicht eingefangene Schwärme bedeuten im Spätsommer immer eine Reinfektonsquelle. Darum sollten nach Möglichkeit durch Schwarmverhinderungsmaßnahmen die Völker am Schwärmen gehindert bzw. eine Schwarmvorwegnahme durchgeführt werden. Während der Schwarmzeit, die heuer wegen der warmen Witterung ab März bereits Mitte April eingestetzt hat und kurz, aber heftig war, mussten bereits ab diesem Zeitpunkt die wöchentlichen Schwarmkontrollen durchgeführt werden.

Ungleich größere Gefahren drohen von zusammenbrechenden Völkern am Stand (Domino-Effekt) oder im Flugbereich, die nicht oder zu spät behandelt wurden und durch Räuberei, welche heuer dem Vernehmen nach und nicht zuletzt wegen des ungewöhnlich warmen und trockenen Herbstes auf vielen Ständen voll im Gange war. Auch varroageschädigte Völker sind ein leichtes Opfer für die Räuberbienen, weil diese nicht mehr in der Lage sind, ihre Fluglöcher wirksam zu verteidigen.

Um einer Reinfektion wirksam begegnen zu können, sollte auch nach einer erfolgreich abgeschlossenen Sommerbehandlung unbedingt eine einmalige Winterbehandlung (Restentmilbung) der brutfreien Völker mit dem zugelassenen Mittel OXUVAR® durchgeführt werden. Die Außentemperatur sollte während der Behandlung 2 °C, eher noch niedriger, betragen, denn die Bienen müssen sich noch in der Wintertraube befinden. Beachten Sie bitte die Anwendungshinweise des Herstelles und des Veterinäramtes! Unter Oxalsäure finden Sie weitere Hinweise und einen kurzen Videoclip über die richtige Anwendung von OXUVAR®.

Wer noch vor der Winterbehandlung seine noch nicht ganz brutfreien Völker aufgrund eines erhöhten Milbenabfalls (> 0,5 Milben/Tag) behandeln muss, kann hierfür die 15%ige Milchsäure ad us. vet. einsetzen. Zumindest werden damit die Milben, die sich auf den Bienen befinden, abgetötet. Anschließend folgt dann noch die oben beschriebene Behandlung mit OXUVAR®.

Der richtige Zeitpunkt für eine Wintervarroabehandlung ist frühestens 3 Wochen nach einem andauernden Kälteeinbruch, der die Königinnen veranlasst hat, die Eiablage einzustellen.

Die Behandlung sollte bis Ende Dezember abgeschlossen sein, weil die Völker, unabhängig von den Außentemperaturen, bereits ab diesem Zeitpunkt wieder mit dem Brutgeschäft beginnen.

Behandeln Sie bitte zum erstmöglichen Zeitpunkt! Wer weiß, was wettermäßig noch alles nachkommt. Und vergessen Sie bitte nicht, die Behandlung mit OXUVAR® im Bestandsbuch zu dokumentieren, weil dieses Behandlungsmittel apothekenpflichtig ist.


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